Kloster Gethsemani

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Gottes Sehnsucht nach dem Menschen - Exerzitien 2026 (07.01.2026)

Unsere diesjährigen Exerzitien greifen den Online-Kurs des Zisterzienserordens über "Gelebte Liturgie" noch einmal auf.

Dom Mauro hatte an das Wort des heiligen Augustinus erinnert:

Du hast uns für dich geschaffen, o Gott, und unruhig ist unser Herz, bis es ruht in Dir.

(Bekenntnisse I,1,1)

Gott ist also das eigentliche Ziel unserer Sehnsucht, der "ruhende Pol" in unserem Leben. Aber wie oft versuchen wir, die Sehnsucht unseres Herzens mit oberflächlichen, schnelllebigen Dingen zu stillen! Wie oft misstrauen wir dem Angebot Gottes, uns das wahre Leben zu schenken!

Die Liturgie, vor allem die Eucharistiefeier, soll unseren Alltag mit Gott verbinden, der wahren Quelle unseres Lebens. Das war die Absicht hinter dem Schreiben "Desiderio desideravi" von Papst Franziskus. Die Überschrift bezieht sich auf das Wort Jesu vor dem Letzten Abendmahl:

"Mit Sehnsucht habe ich danach verlangt, dieses Paschamahl mit euch zu halten, bevor ich leide"

(Lukasevangelium 22,15).

Im Letzten Abendmahl nahm Jesus seinen Tod bereits voraus durch seine Worte über das Brot ("Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird") und den Wein ("Das ist mein Blut, das für euch vergossen wird").

Jesus wollte, dass die Jünger den Sinn seines Leidens und Sterbens verstehen: wie groß die Sehnsucht Gottes nach dem Menschen ist - dass Sein Sohn sehenden Auges Leiden und Tod auf sich nimmt, um uns Menschen die unfassbare Liebe Seines Vaters zu zeigen - dass Vater, Sohn und Geist zusammenwirken, um die Beziehung des Menschen zu Gott wieder heil und vertrauensvoll zu machen.

Nichts beflügelt den Menschen so sehr wie die Liebe, sagt man. Jedes Gebet, jede Heilige Messe verbindet uns mit Gottes Liebe - und gibt unserem Alltag neue Lebendigkeit!