Kloster Gethsemani

Berufung

Gott zieht

Ein Junge lässt am Strand bei herrlichem Wetter seinen Drachen steigen. Als seine Schnur völlig abgerollt ist, sieht man den Drachen gar nicht mehr, so hoch ist er in die Wolken hineingeschwebt.

Ein älterer Herr tritt zu dem Jungen und fragt ihn, was er da mache. "Ich lasse meinen wunderschönen Drachen steigen!" sagt der Junge stolz. "Aber ich sehe gar keinen Drachen", sagt der Mann. "Ich sehe ihn auch nicht", antwortet der Junge, "und doch ist er da, ich fühle, wie er zieht."

Wie oft fragen uns Menschen danach, wo Gott ist. Er ist doch nicht zu sehen. Nein, wir sehen ihn auch nicht. Aber wir spüren, wie er zieht, mit seiner Liebe und Treue, seiner Barmherzigkeit und Wahrheit zieht er unser Leben in seine Nähe und ans Ziel.

"Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte! (Jeremia 31,3)

(zit. nach: Logo-Buch "Zum Geburtstag Gottes Segen", 15)


»Schau in die Tiefe deines Herzens, schau in deine eigenen inneren Tiefen und frage dich: Habe ich ein Herz, das sich nach etwas Großem sehnt, oder ist mein Herz im Vielerlei der Dinge eingeschlafen? Hat mein Herz die Unruhe des Suchens bewahrt, oder habe ich zugelassen, dass die Dinge es erstickt und schließlich verhärtet haben? Gott wartet auf dich, er sucht dich. Welche Antwort gibst du ihm? Gibst du acht darauf, wie es deiner Seele geht? Oder schläfst du? Glaubst du wirklich, dass Gott auf dich wartet, oder sind bei dir von dieser Wahrheit nur noch leere Worte übriggeblieben?«

(Papst Franziskus am 28. August 2013 beim Generalkapitel der Augustiner)